Das Sonnensegel als Meisterstück
Während meiner Walz übte ich die gängigen Aufgaben eines Zimmermanns aus. Ich erstellte Holzkonstruktionen und Holzbauten, renovierte und sanierte historische Gebäude und Inneneinrichtungen und beschäftigte mich vor allem mit Dachstühlen, Treppen und Hallen. Ich war zuständig, diese zu bauen, Trockenwände zu ziehen, Fassaden und Innenflächen zu verkleiden und Holzfußböden zu verlegen. Dafür zeichnete ich die jeweiligen Werke erst einmal auf und setzte sie dann in die Tat um, bei der mir vor allem die Säge- und Holzmaschine, die Handsäge und das Lot halfen. Stetes arbeite ich im Team mit anderen Wanderern, mit denen ich zusammen ein besonderes Sonnensegel aus Holz zusammenbaute. Da wir immer viel im Freien arbeiteten, hatte ich an heißen Tagen öfters mit einem Sonnenbrand zu kämpfen und zudem, aufgrund der starken Hitze, auch Kreislaufprobleme.
Die gängigen Sonnensegel lassen sich leicht an Wandkonstruktionen befestigen, die uns jedoch auf dem Bau nie zur Verfügung standen. Wir brauchten ein Sonnensegel, das selbst ein Bein hat und dennoch leicht und einfach von Ort zu Ort gebracht werden kann. Also nutzten wir unsere wenige Zeit zusätzlich, um ein Super-Sonnensegel zu kreieren. Dazu schnitten wir Holz so, dass wir das Tuch, das z.B. auch bei Markisen vorkommt, fest hineinsetzen konnten und nur noch festklippen mussten. Die Halterung hat einen rutschfesten Fuß und lässt sich somit überall stabil aufstellen und nach getaner Arbeit einfach wieder wie einen Regenschirm zusammenklappen und mitnehmen. Wir konnten seitdem immer in Schatten arbeiten und die Idee für unsere Meisterarbeiter später sogar noch weiter ausbauen. Und jetzt, wo ich mit meiner Freundin in Wiesbaden lebe, dient das Sonnensegel immer noch als Sonnenschutz in unserem Garten.